T3BLOG

Kategorie
Hotelmagazin


08.11.2013
10:03

Essen auf Reisen

Eine Hommage an die Hostelküche

© Maike RummichEin Beitrag, der sowohl den Hobbyköchen und kochfaulen Städtereisenden aus der Seele spricht!

Ja, wer kennt das nicht auf Reisen? Der Städtetrip ist super, das ganze Snacking von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit verteilt theoretisch auch klasse, aber so richtig glücklich macht das „Suche-und-Finde“-Essenspiel auch nicht.

 

Letztens war ich in Paris, also eigentlich im Gourmettempel Europas, wenn man den Aussagen aller anderen glaubt. Und irgendwie bin ich vor Verzweiflung und Hunger dann doch mit meiner besseren Hälfte im französischen Imbiss um die Ecke gelandet. Wie konnte das denn bitte passieren? – Ihr werdet’s erraten: Das liebe Geld war natürlich der Grund. Nix mit schick Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise und passendem Weinangebot im Michelin-ausgezeichneten Sternerestaurant…

 

Streetfood und kleine Cafés © Maike RummichDeswegen hier ein kurzes „Mantra“ rund ums Thema:


„Was esse ich nur auf Reisen – die Low-Budget-Lösung Hostelküche“


Zunächst sei gesagt, so schwierig ist das mit dem Essen unterwegs ja auch wieder nicht. Schließlich will man ja in die andere Kultur eintauchen und sich inspirieren lassen. Dazu zähle ich als Nordlicht auch schon den Freistaat Bayern (Obadza, Leberkäs, Weißwürschtl?!)… :-)

Aber vielleicht geht’s euch wie mir: Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Und dann kommt noch ein weiteres, hungriges Schleckermaul auf Reisen mit und schon wird’s komplizierter… Dann steht ihr in einer Straße voller Restaurants und geht von einem Speisekarten-Aushang zum nächsten und nichts will so recht passen.


Deswegen mein Tipp - Sprecht euch vorher ab, worauf ihr Lust habt und was ihr für euer Essen ausgeben wollt! Bei uns sollten es pro Tag nicht mehr als 20€ pro Person sein. Puh!


Aber nun zurück zum Thema.

Wochenmärkte als Inspirationsquelle © Maike RummichSchlemmen auf Reisen für den schmalen Geldbeutel!


Meine Lieblingsalternative zur ganzen Restaurantsucherei unterwegs (das ist mal schön, aber muss echt nicht jeden Tag sein – ich empfehle für die lokale Essenssuche Yelp) sind… tattatattaaaaa… Hostelküchen!


Nirgends lässt es sich easy kochen, Rezepte abgucken und Geld-fürs-gemeinsame-Essen-zusammenlegen wie in Hostelküchen!


Die Vorteile: Ihr lernt Leute kennen, könnt (wenn ihr Glück habt und nett seid) bei den anderen Gästen naschen und euch Zutaten borgen, die ihr selbst nicht habt UND gebt viel, viel weniger Geld aus als beim auswärts essen.


Was ich mit Vorliebe in anderen Städten mache, ist die Supermärkte abzuchecken.


Spatzen mopsen das Sandwich © Maike RummichWenn’s eine Ecke für regionale Produkte gibt, umso besser. Die steuere ich dann gleich an. Dann lasse ich mich inspirieren vom Angebot und kaufe nach Gefühl und Kreativität ein paar einfache Zutaten ein.


Um auf meinen Trip nach Paris zurückzukommen: Nach der ersten, unglücklichen Imbiss-Nacht habe ich mich – natürlich! – für Baguettes, lecker Käse und einer guten Wurst aus der Boulangerie (hübscheres Wort für: Metzgerei) entschieden. Dazu ein paar Weintrauben und eine Packung Studentenfutter. Gerettet war das Menü. Über den Tag verteilt lässt es sich einfach so snacken und abends auch warm überbacken im Ofen schlemmen.


OK, lasst mich das alles für euch zusammenfassen:


Warum Hostelküchen einfach ideal auf Reisen sind:

 

Typische AO Gästeküche - hier: AO Berlin Friedrichshain1.    Es ist günstig.
2.    Es ist der perfekte Ort, um Leute kennenzulernen.
(Das Phänomen kennt ihr bestimmt von Home Partys – wo geht immer am meisten ab? Richtig, in den Küchen beim Essen und bei den Getränken!)
3.    Es fördert eure Kochkünste!
(Mutti wird’s euch danken – da kommt ihr nach einer längeren Tour zurück und auf einmal zaubert ihr das Omelette auf den Tisch, nicht sie.)
4.    Es ist [wahrscheinlich] gesünder.
(Überlegt mal, den ganzen Tag stopft ihr euch die lokalen Spezialitäten in den Mund. Dann achtet ihr zumindest abends oder morgens darauf, was ihr kocht.)
5.    Ihr bekommt ein Gefühl fürs Geld und den Lebensstandard der Einwohner.
Lecker und leicht © Maike Rummich(Was kostet in die Milch oder das Brot hier? Was steht bei denen so in den Ladenregalen herum?)
6.    Ihr lernt beim Kochen die Essensgewohnheiten anderer Kulturen kennen.
(Der Mexikaner macht eine Quesadilla – hm, lecker! Die Briten trinken wohl wirklich nur Schwarztee? Und was kocht die Polin da drüben eigentlich?)
7.    Es macht euch kreativ.
(Kein Pürierstab da? Na dann eben oldschool die Kartoffel mit der Gabel zu Brei stampfen!)
8.    Es fördert das Community Feeling!
(In manchen Hostels gibt es einen „Lucky Pot Day“: Da kocht jede anwesenden Nation ein günstiges Gericht aus seinem Land, danach kommt alles zusammen auf den Tisch und jeder nascht bei jedem!)


Ich könnte noch endlos weitere Vorteile auflisten… Bestimmt fragt ihr euch aber, wie das funktionieren soll mit mehreren Leuten in der Küche und wenig „Ressourcen“. Ganz leicht – lest selbst.


Typische Do’s und Don’t in Gästeküchen:


-    Die Ausstattung bleibt drin.

Mag der Korkenzieher noch so verlockend sein für die Souvenir-Flasche Wein… du möchtest doch auch, dass alle deinen Sachen am Ende noch da sind.

-    Rücksicht statt Nachsicht.

Wenn sich ein anderer Hostelgast gerade an den von dir mit Jacke und Zutaten reservierten Tisch gesetzt hat, verscheuche ihn nicht. Erzählt euch doch lieber von euren Reisen!

-    Einkäufe beschriften.

Eine völlig gängige Methode, um seine Sachen im Gemeinschaftskühlschrank nachher wieder zu finden. Außerdem ist es superwichtig, weil die Hostelmitarbeiter eure Sachen dann nicht frühzeitig wegwerfen. Wer weiß, wie lange die Zutaten sonst im Kühlschrank herumliegen.

Simple Methode: Lasst eure Einkäufe in der Tüte, macht einen Knoten hinein und beschriftet sie dann mit Name und Datum von außen.

-    Jeder wäscht seine Sachen selbst ab.

Nichts ist frustrierender als festzustellen, dass man in eine Hostelküche kommt, in der sich bergeweise Geschirr an der Spüle angehäuft hat. Seid fair. Wascht ab. Der nächste freut sich über einen sauberen Topf.

-    „Borgen“ nur auf Nachfrage.

OK, für den Eierkuchen fehlt euch noch ein Schuss Milch und der Nebenmann hat eine angefangene Packung neben sich? Fragt doch nett und lasst ihn im Gegenzug nachher ein Stück kosten. Nichts ist leichter. Auf keinen Fall selbst bedienen.


Wenn ihr diese kleinen Sachen berücksichtigt, kann das Kocherlebnis beginnen!


Was ihr [meist] in der jeder Küche findet:

Töpfe, Pfannen, Schneidebrettchen, Teller und Besteck, Gewürze, Kelle, Pfannenwender und das Allerwichtigste: Kühlschrank sowie Herdplatten oder Ofen

 

>> Mehr Infos zu A&O Gästeküchen findet ihr hier!

 

Und zum Abschluss noch ein paar Rezept-Tipps:

Zum Frühstück:

Der Liebling unter den Briten und Iren – „Porridge“! Also Haferflocken in Wasser oder Milch aufgewärmt in sämtlichen, denkbaren Variationen. Mein Liebling ist Honig und Zimt, geschnittenes Obst, ein paar Nüsse! Und der Riiiiiiiesenvorteil: Wenn ihr Wasser bzw. Milchpulver statt Milch nehmt, muss nix davon in den Kühlschrank. Hält sich also ewig und kann auch noch für diverse andere Rezepte weiterverwendet werden. Zum Beispiel Honig-Hafercookies!

Zum Mittag:

Wenn ihr Spätaufsteher seid und das Frühstück ausfallen lasst, macht euch ein Omelette mit Kräutern. Oft haben die Hostels ein paar Kräutertöpfe herumstehen oder einen Mini-Kräutergarten. Dann braucht ihr nur noch 2-3 Eier, etwas Salz und Pfeffer (ist Standard in jeder Gästeküche) – fertig!

Zum Lunch:

Sandwich in allen Formen – mit Salat, Käse, Frischkäse, Wurstaufschnitt; pur, getoastet oder überbacken! So vielseitig und in jeden Land gibt’s die Zutaten im Supermarkt!

Zum Abendbrot:

Des Deutschen liebster Freund: Kartoffeln in jeglicher Variation! Soooo einfach. In Scheiben geschnittenen mit ein paar Gewürzen als Bratkartoffeln, als Gratin mit Gemüse, als Ofenkartoffel mit Pilzen in Soße. Und wieder alles ohne Kühlschrank-Produkte. Dazu eine Limo, ein Bierchen oder ein Glas Wein! Voilà!


Für mehr Inspiration hat A&O ein eigenes Travel Cookbook zusammengestellt:

Kochbuch Inspiration für Reisende auf Pinterest


Ich hoffe, der kleine Ausflug in die Welt des Unterwegs-Kochens hat euch gefallen! Über Anregungen, leckere Travel Rezepte und weitere Reisetipps freue ich mich!

Eure reiselustige Maike aus der Online Redaktion

Mein Kommentar

Ich möchte über jeden weiteren Kommentar in diesem Post benachrichtigt werden.

Zurück